Nach den unschönen Erfahrungen im Banana Backpacker, sind wir in die Hippo Hide Lodge umgezogen. Das war sehr schön und ruhig, etwa 6 km vom Banana entfernt, also etwas außerhalb des City Centre.
Nach dem Umzug ging es dann erstmal zum Supermarkt und dann zum Strand. Und der war echt schön! Indischer Ozean halt. Trotzdem war das Wasser für meinen Geschmack zu kalt. Das hat aber Robert Drew und Reza nicht davon abgehalten sich von Jens die ersten Schritte im Wellenreiten erklären zu lassen. Die Surfer, die es richtig raus hatten waren sehr beeindruckend, wie die mit der Natur gespielt haben.
Als es dann langsam dunkel wurde, irgendwann gegen 6 oder so, sind wir zu dem Haus des Freundes gefahren in dem die anderen untergekommen sind. Nachdem die Jungs sich umgezogen hatten, sind wir zu einem Indischen Takeaway gefahren und haben dort Bunny Chow gegessen, was meine bisher leckerste und beste kulinarische Südafrika Erfahrung ist. Bunny Chow ist ein Viertel oder ein halber Weissbrotlaib ausgehöhlt und mit Curry aufgefüllt. Geniale Idee, geht super schnell, weil das Curry ja einfach den ganzen Tag vor sich hin kochen kann, und schmeckt phänomenal! Ich hatte z.B. ein Mixed Vegetable Curry, Wilton ein Beans Curry und Jens ein Mutton Curry.
Nach dem kulinarischen Hochgenuss sind wir alle zusammen Richtung Hippo Hide gefahren und haben dort noch bis 12 oder so zusammengesessen und gequatscht.
Am nächsten Tag sind wir zum Victoria Market gefahren. Das war vielleicht ne Erfahrung! Der Markt ist quasi in Teilmärkte aufgeteilt, also Fishmarket, Meatmarket, Clothingmarket usw. Das abgefahrenste war aber der Witchcraftmarket! Ihr könnt euch nicht a, was die für Kram verkauft haben. Ganz viele komische Mischungen aus Pflanzenteilen und Holzstückchen und Erde, seltsame Tinkturen in dreckigen gläsernen Flachmännern oder halbliter Plastikflaschen, in den wildesten Farben. Am krassesten waren aber die toten Tiere. Schlangenhäute mit den Eiern noch drin, Affenköpfe, Springbockgeweihe, einzelne Beine und andere Gliedmaßen von Tieren, manche mit Hufen, andere mit Krallen, Innereien und was nicht noch alles... total verrückt. So ein Stand für sich alleine betrachtet hätte man auch gut Voodoo auf Haiti zuordnen können. Ich habe vergeblich versucht herauszufinden wofür der ganze Kram eigentlich gut ist, aber leider ohne Erfolg. Viele konnten gar kein Englisch, sondern nur Xhosa und andere haben das Zeug offensichtlich nur verkauft ohne eine Ahnung zu haben wofür es zu gebrauchen ist, oder wollten es einem weißen Touristen nicht erklären. Das war aber egal wie alles sehr eindrucksvoll.
Wir haben auf dem Markt dann noch Zutaten für Curry gekauft und sind nach Hause gefahren, wo wir ne Runde Kniffel gespielt haben. Dann haben die anderen gekocht, während ich Lenas Haare neu eingeteilt habe. Die Dreads waren ihr ja erst zu dünn und dann zu dick, also musste ein Mittelweg gefunden werden, was ich jetzt hoffentlich endlich erreicht habe. Lena ist echt anstrengend, was das angeht. Dreadlocks sind einfach keine einheitliche, perfekte, bis ins letzte planbare Frisur ;-) Ich bin aber zuversichtlich, dass das Aufteilen überstanden ist und ich endlich richtig anfangen kann Dreadlocks zu machen.
Nach dem Curry haben wir noch etwas Konversation betrieben und dann sind wie immer alle außer Drew und mir ins Bett gegangen. Drew und ich haben dann noch bis nachts gequatscht und sind irgendwann gegen 2 oder 3 ins Bett.
Am nächsten Morgen sind wir vom Hippo Hide nach Colesberg aufgebrochen. Leider hatte Drew im Banana Backpacker was vergessen und wir mussten vor der eigentlichen Abreise nochmal dahin, was natürlich Zeit gekostet hat. Wir haben es trotzdem vor Sonnenaufgang nach Colesberg geschafft. Und das war auch eine abgefahrene Erfahrung.
Colesberg liegt im Nirgendwo und ist eine Afrikaaner Stadt am Rande der Karoo (Wüste). Die Stadt besteht quasi nur aus der Hauptstraße und die Perspektivlosigkeit konnte man an den Geschäften ablesen: Glücksspiel, Alkohol und Kreditwesen dominierten. Wir haben im Colesberg Backpacker geschlafen, der vielleicht in den 70ern oder 80ern mal seine Blüte hatte und seitdem mehr oder weniger zu verfallen scheint. Es sah nicht so aus, als ob sich in den letzten 10 Jahren viele Leute dorthin verirrt hätten... eine der Zeitschriften war von 1999 :-)
Das Haus, oder besser Anwesen gehörte einer alten Frau, die uns nach dem Einsammeln der Miete komplett alleine gelassen hat und so hatten wir das gesammte Haus/Grundstück für uns alleine. Das Anwesen hätte unheimlich viel Potenzial ein absolut cooler Backpacker zu sein, wenn er denn irgendwo liegen würde, wo auch tatsächlich Leute durchkommen.
Wir haben dann abends ein Restaurant gesucht und haben dort gegessen. Es war komisch, weil alle uns angeglotzt haben, aber das Essen war gut, wenn auch zuwenig Beilagen dabei waren. Dort im Restaurant haben wir dann auch noch eine Runde gekniffelt unddanach sind wieder alle außer Drew und mir ins Bett gegangen. Nach einiger Zeit sind wir rausgegangen um Sterne zu gucken und sind im Endeffekt bei Nacht durch die Stadt gewandert und schließlich auf einem Friedhof gelandet. Das war ziemlich gruselig, in dieser Stadt scheint einfach alles verfallen und verlassen zu sein.
Dann ging's ins Bett und jetzt sind wir grade auf der N1 Richtung Kapstadt, kurz hinter Beaufort West ;-)
soweit von mir....
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