Dienstag, 28. September 2010

Statusbericht

Hallo!!


Sorry, dass ich so lange nicht geschrieben habe ... im Augenblick habe ich Durchfall (seit gestern) und Magenschmerzen, wahrscheinlich von Lena "geerbt". Nunja.


Am Donnerstag waren Lena und ich mit unserer Ex-Mitbewohnerin Aline nach der Uni im Planetarium. Irgendwie habe ich mich wie ein kleines Kind gefühlt, als ich da in der Schlange stand. Wohl, weil Erinnerungen an das Planetarium in Münster wach geworden sind, wo ich irgendwann mal war. 
Wir setzten uns hin und nach 20 Minuten (technische Probleme) gings dann los. Die gezeigte Projektion war weder didaktisch noch graphisch sonderlich schön und man konnte schnell mal einnicken, aber für 80 Cent kann man sich dann doch nicht beschweren ....

Eigentlich wollte ich mit Lena und Drew Abends noch auf ein Konzert gehen, aber beide haben mich sitzen lassen und dann war ich zu enttäuscht und demotiviert um alleine zu fahren. Lena verbrraucht im Moment all ihre Energie zum Klettern. Deswegen war sie auch am Samstag nicht mit auf Aidan's 21stem Geburtstag, doch dazu später.
Am Freitag Morgen bin ich mit Lena, Jens und Fingers in the Sky nach Langa gefahren, ein Township im Osten von Kapstadt. Dort haben wir ein Jugendzentrum besucht und natürlich wurde Musik gemacht und gesungen. Am coolsten fand ich die Drumcircle (mehrere Leute mit verschiedenen Trommeln, die im Kreis zusammen Trommel spielen).  Es gab Tanzgruppen, Poesie, Kunst, Musik, uvm. und das meiste wurde von Jungs und Mädels aus den Townships vorgeführt. Abends haben wir dann zu 8t glaube ich UNO gespielt und ne Menge Spaß gehabt. Am Ende kam Lee, der Freund unserer Vermieterin Lucia auf die Idee, dass der Verlierer mit nem angekokelten Korken im Gesicht angemalt wird ... das war vielleicht ne Sauerei :-D

Am Samstag war dann Aidan's Geburtstag. Morgens bin ich in die Stadt gefahren und war das erste Mal richtig shoppen, habe aber nur eine Sache gekauft. Lena war mal wieder klettern und kam dann am späten Nachmittag wieder und war zu erschöpft, um mit  mir auf Aidan's Geburtstag zu fahren. Ich bin dann also alleine zu Jens gefahren und mit ihm zusammen nach Kraaifontein, wo Aidan wohnt. Sein Vater ist Anwalt am Bundesgericht und dementsprechend reich ist die Familie und groß ist das Haus.

Die gesamte Familie war da, aber wirklich alle. Großeltern, Onkels, Tanten, Cousins und Cousinen ... ein riesen Event. Das war sooo anders, als bei uns. Da wurden Reden gehalten vom Vater und vom Onkel, in denen es um Gehorsam ging, um Stolz, Gott, Familie, Ehre usw. Dann hat Aidan selber noch ein paar Worte sagen müssen. Es gab eine Slideshow, die mit einem Beamer an die Wand geworfen wurde, und Aidan's Leben vom Baby bis heute dokumentierte - hinterlegt mit "James Brown - It's a Man's World" ;-)

Es gab Essen bis zum Umfallen, hauptsächlich Fleisch und Nachtisch, diverse Sorten Champagner, und vieles mehr.

Irgendwie war alles sehr förmlich und ein bißchen steif. Alle Erwachsenen mussten mit Mr. und Mrs. + Nachnamen angesprochen werden und es war irgendwie offensichtlich, dass Beziehungen zwischen Jungs und Mädchen einen anderen Stellenwert haben. Es ist noch ziemlich altmodisch, mit "Mein Haus, meine Regeln", "Solange du die Füße unter meinen Tisch stellst ..." usw. Aidan darf z.B. nicht mit seiner Freundin in einem Bett schlafen, wenn sie denn dann ausnahmsweise mal beieinander übernachten dürfen. Aidan hat mir erzählt, dass sein Vater nicht will, dass er Sex vor der Ehe hat und deshalb hält Aidan sich daran, auch wenn er selber sich als Atheist bezeichnet. Da kommt dann wieder Ehre der Familie und Respekt vor dem Vater usw. ins Spiel. Alles in allem ziemlich patriarchalisch.

Am Montag bin ich alleine zur Uni gefahren, weil Lena Durchfall usw. hatte und gestern hat es mich erwischt und sie muss heute alleine zur Uni fahren :-(

Soweit mal wieder von mir ... 

Sonntag, 19. September 2010

Das Wochenende

Sooo ...

Am Donnerstag haben Lena und ich uns das Konzert von Fingers in the Sky auf dem Ithuba Arts Festival an der Uni angesehen. Leider fand das nicht zur Mittagszeit, sondern abends statt und es waren im Ganzen vielleicht 15-20 Leute da, die alle mehr oder weniger zum Freundeskreis der Jungs gehören. Es war also mehr ein Privatkonzert, als ein regulärer Auftritt. Trotz alledem hat es Spaß gemacht. Es war zwar überhaupt nicht meine Musik (Rock) und der Sound war doof abgemischt. Andriques konnte man fast garnicht singen hören und die Leadgitarre hat alles andere übertönt. Naja, wie gesagt, es war trotzdem ein netter Abend.
Ich hoffe, dass Aiden mir gute Mundharmonica-Musik empfiehlt. Irgendwie hat das Instrument es mir angetan.

Am Freitag war abends eigentlich geplant zu einem Fußballspiel zu gehen, aber es hat mit der Organisation nicht so ganz hingehauen. Das war dann auch nicht sooo schlimm, weil ich eh noch ein Buch auslesen musste, um mich für einen Test am Montag vorzubereiten. Außerdem hat mein neuer Mitbewohner Jan eine japanische Sushi-Party veranstaltet und ich habe mal wieder neue Leute kennengelernt.

Samstag sind Lena und ich morgens nach Hermanus zum Wale gucken gefahren. Wir kamen so gegen 11 Uhr an und sind irgendwann um 3 oder so wieder gefahren. In der Zeit haben wir diverse Wale mehrmals aus dem Wasser springen sehen!! Unglaublich, dass diese Giganten ihre Körpermasse so weit und mit soviel Leichtigkeit aus dem Wasser heben können! Das Highlight war aber Walsex ... ja, wir haben Wale beim Sex gesehen! Das funktioniert so, dass zwei Wale sich in flaches Gewässer begeben und dann Bauch an Bauch schwimmen und der männliche Wal seinen Penis ausfährt und versucht seinen Samen in das Weibchen abzugeben. Und das alles vielleicht 100 oder 200 Meter von der Küste entfernt! Unglaublich! Wir haben von den springenden Walen auch ein Video gemacht, das versuche ich Morgen oder so mal hochzuladen.

Samstag Abend war Roberts Housewarming Party in Observatory, wo ich alleine hingefahren bin, weil Lena mal wieder irgendwas mit ihrem Magen hat. Die Party war arg seltsam ... Ich habe ja nur zwei Cider getrunken (von 9 bis 10) und dann bis ich gefahren bin (halb 3) nichts mehr. Vielleicht lag es daran ... es wurden auf jeden Fall komische Amerikanische Trinkspiele gespielt, wie z.B. wizzard's staff. Da werden die Bierdosen, die man über den Abend trinkt aneinander geklebt und wer den längeren Stab hat darf diejenigen mit einem kürzeren Stab rumkommandieren. Achja, und ehe man nicht 7 Dosen aufeinander hat, ist man kein richtiger Zauberer, denn es braucht 7 Jahre um in Hogwarts zu promovieren... Als ich gefahren bin hatte der Oberzauberer glaube ich etwa 15 Dosen aufgetürmt und die Party neigte sich verständlicher Weise dem Ende entgegen.

Heute habe ich den ganzen Tag für den Test am Montag gelernt, das Buch zuende gelesen und beende meinen Arbeitstag jetzt mit diesem Blogeintrag ;-)

Gleich werde ich wahrscheinlich noch einkaufen fahren und dann ausspannen!

Lieben Gruß von mir an euch!

Dienstag, 14. September 2010

die neue Wohnung!

Hallo Leute, ich wollte euch mal einen Einblick in meine neue Wohnsituation geben:

Die beiden Hunde im Haus. Der Husky heißt Ziggy und der Schäferhund heißt Cleo

Unser Haus von der Straße aus

Blick vom Balkon bei Nacht! In wirklichkeit ist das noch viel schöner, als man auf diesem verwackelten Bild erkennen kann!

Die Küche mit iPod-Dockingstation! *g*

Das Wohnzimmer



Der Blick vom Balkon ... phänomenal, oder?!

Der Balkon


Die linke Hälfte des Gartens mit Braai


Die rechte Hälfte des Gartens ... die ist so grün, weil sie von den Hunden "gedüngt wird"




Montag, 13. September 2010

update

Hi all,

erstmal sorry, dass ich euch wieder eine Woche habe warten lassen!

Am Freitag war ich mal wieder im Theater, in Woyzeck. Eine südafrikanische Adaption des Deutschen Stücks, dass ich leider nicht kenne. Es war aber trotzdem cool, auch wenn ich alle anderen Handlungsstränge und Charaktere besser fand als die Handlung rund um Woyzeck. Es war die gleiche Besetzung wie schon bei Karoo Moose, bis auf einen Weißen, der mitgespielt hat. Rob van Vuuren. Der Typ war so witzig, wahnsinn! Er ist ein südafrikanischer Comedian habe ich mir sagen lassen ... ich muss mal im Netz gucken, ob ich mehr von ihm finde.
Er hat sogar im Stück Wilton auf die Bühne geholt und ihn integriert :-D

Am Samstag hatten wir unsere Housewarming Party und es war sehr schön. Es waren erstaunlich viele Leute da, bestimmt über 20. Auch, wenn die meisten später kamen als erwartet. Eigentlich war der Plan so gegen 4 Uhr mit grillen anzufangen, weil dann noch Sonne da ist, aber die meisten kamen erst Abends, weil sie sich noch ein Rugbyspiel angeguckt haben, oder von anderen transporttechnisch abhängig waren. Das schönste fand ich, wie gemischt alles war. Leute aus Kapstadt, aus Israel, aus Frankreich, aus den USA, aus Holland, aus Deutschland, aus dem Kongo, usw. Später am Abend gab es dann noch Livemusik von Jens, Wilton und Lena. Ich habe Nachmittags Apfelkuchen gebacken und Nachts gegen 1 Uhr mal wieder Pfannkuchen für alle Mann gemacht :-D
Nachdem alle von dem Apfelkuchen so begeistert waren, habe ich ihn Sonntag direkt nochmal gemacht. Ich muss das noch perfektionieren, weil wir hier nur einen kleinen Gasofen haben und die Temperatur schwierig einzuschätzen ist. Man kann das Ding halt nicht mal eben auf 180 Grad stellen, sondern muss raten wie hoch die Flamme sein muss.
Mein nächstes Projekt werden Waffeln glaube ich ... ich habe nämlich im Wandschrank in der Küche ein Waffeleisen gefunden.

Am Sonntag ist Lena mit den anderen früh morgens klettern gegangen, aber das war mir zu früh nach der Party am Samstag. Ich habe dann mit Drew (der bei uns gepennt hat) morgens das Geschirr weggespült, n bißchen was für die Uni gelesen, Apfelkuchen gemacht und entspannt.

Im Augenblick findet an der Uni ein Festival statt, das Ithuba Arts Festival. Heute nach den Vorlesungen haben wir uns die ersten 2 Bands angeguckt ... Die Musik war nicht nach meinem Geschmack, aber die Stimmung war super! Afrikaner sind einfach cooler, wenn es um Partys geht. Viel lockerer und fröhlicher und extrovertierter. Da war ein großer freier Platz, um den die Leute rumstanden und zwischendurch ist dann immer mal wieder einer mitten auf den großen Platz raus und hat einfach losgetanzt und sich von den umherstehenden Leuten dafür feiern lassen :-D Am geilsten waren definitiv zwei alte Putzfrauen, die ganz ungeniert in ihrer Dienstuniform losgelegt haben.

In der Uni geht es im Augenblick thematisch gesehen um die TRC, die Truth and Reconciliation Comission. Wir haben einen Fragebogen bekommen, wie ihn damals die Opfer bekommen haben und sollen den anhand einer Zeugenaussage einer Frau, deren Sohn erschossen wurde, ausfüllen. Ich bin sehr gespannt, wie sich die Vorlesung weiter entwickelt, denn bisher ging es viel um Organsiatorisches und die Grundlegenden Infos. Also, warum sie einberufen wurde, was ihre Aufgabe war usw.

In Englisch geht es momentan immernoch um Postmodernism und was der Begriff bedeutet, wo man Postmodernism findet, wie sich die Gesellschaft ändert/geändert hat, usw.


Zum Schluss noch ein paar Videos und Bilder vom Roadtrip! Irgendwie weigert sich mein Computer, das Internet, blogspot.com, oder was auch immer gerade Bilder in meinen Blog einzufügen, also kann ich sie nicht direkt mit Kommentaren versehen.

Auf den Videos ist ein wenig Roadtripfeeling und natürlich Landschaft zu sehen und eines unserer kleinen Privatkonzerte.

Die Bilder zeigen unter anderem:

Den Fluss+Wasserfall in Wilderness, wo wir die Kanu-Tour gemacht haben; mich beim Dreaden von Lena's Haaren; den Coffeeshack Backpackers in Coffee Bay, in dem ich mich sehr wohl gefühlt habe; Reza; uns alle bei einer kurzen Essenspause; Robert hinterm Steuer (sieht der nicht typisch Holländisch aus?); den Banana Backpackers (Mehr Asyl als Hostel); Andriques, Wilton und Jens, best Samosas in Durban; unsere Zuflucht nach dem Banana, die Hippo Hide Lodge; ein nicht normaler Truck; Reza again; unser erster Eindruck von Durban; Drew am Pennen; Essen in Colesberg; einer von Colesberg's vielen Schnapsläden, aber mit nem coolen Namen

Montag, 6. September 2010

roadtrip part 4

Das Ende ...

Es ist erstaunlich, wie unterschiedlich die Natur in diesem Land ist. Von Wüste bis hin zu Gegenden, die wie Schwarzwald aussehen ist alles dabei. Wunderschön! In der Karoo habe ich mich zwischendurch wie in Amerika gefühlt. Endlose schnurgerade Straßen bis zum Horizont und links und rechts NICHTS. Und schlagartig sind überall Berge und Täler und Flüsse ... ohne, dass man den Übergang wirklich realisiert hätte. Auf einem der Berge lag sogar Schnee! Und wir saßen bei 30 Grad im Auto.

Wir sind in Kapstadt angekommen und haben uns entschlossen den Trip bei einem Cocktail ausklingen zu lassen, also sind wir direkt mit alle Mann und Gepäck zum Mojito gefahren und kamen genau pünktlich zur Happy Hour um fünf ;-)

Wir haben den Trip nochmal Revue passieren lassen und eine weitere Runde Kniffel gespielt, was gegessen und natürlich die Happy Hour genutzt. Heike und Aline, unsere Ex-Mitbewohner sind dann auch noch kurz vorbeigekommen und wir haben uns entschlossen noch eine Nacht im alten Haus zu schlafen. Pierrick, der eines unserer neuen Zimmer bewohnt hatte, flog nämlich erst am Sonntag, also hat er am Samstag noch in der neuen Wohnung geschlafen und damit er nicht auf der Couch, sondern in seinem Bett nächtigen konnte, haben Lena und ich nochmal in der alten Wohnung geschlafen.

Ich war ziemlich kaputt und bin recht früh ins Bett und Lena ist noch in die Stadt gefahren und war bis 4 Uhr tanzen.

Am nächsten Tag fand dann der Umzug statt. Es ist unglaublich, wieviele Klamotten Lena mit auf dem Roadtrip hatte ... Ich hatte meinen Treckingrucksack grade eben halb voll und sie hatte Ihren gerammelt voll, plus einen prall gefüllten weiteren Rucksack. Da wurde mir mal wieder kalr, wie verschieden wir beiden sind. Sie muss immer alles planen und auf Nummer sicher gehen, alles unter Kontrolle haben usw. Wie auch immer, in der neuen Wohnung angekommen haben wir erstmal die Zimmerfrage geklärt (Lena hat das Balkonzimmer und ich das größere Zimmer zur anderen Seite) und uns dann mit den Hunden angefreundet. In den Husky habe ich mich direkt verliebt!
Dann wurde das Internet konfiguriert, einkaufen gefahren, noch 2 Dreads gemacht und dann gings ins Bett.


Heute an der Uni haben Lena und ich uns mit einem Studenten aus einem von Lena's Kursen über Xhosa unterhalten, also die Sprache. Sehr interessant, was er so erzählt hat. Er sagte die Sprache würde allgemein als nicht besonders hoch angesehen gelten. Wenn man Xhosa spricht denken die Leute, dass man nicht gebildet ist. Die eigene Sprache wird sogar von den Sprechern boykottiert und gilt als rückschrittig, veraltet, uncool, usw. Nichtmal die xhosasprachigen Fernsehsender halten die Fahne hoch. Jeder zweite Satz ist Englisch und viele Eltern schicken ihre Kinder auf englische Schulen und sprechen auch zu hause Englisch mit ihren Kindern. Er beklagte sich darüber, dass die Sprache langsam aber sicher verloren geht. In den Städten z.B. wird, wenn überhaupt Xhosa gesprochen wird, eine Art Slangvariante gesprochen. Es findet unheimlich viel Codeswitching und Codemixing statt, immer wieder werden englische oder afrikaans Wörter in die Sprache eingebaut. Ein Xhosa, der sein ganzes Leben in der Stadt verbracht hat, hat schon Schwierigkeiten das ursprüngliche Xhosa vom Lande zu verstehen.
Da wir ja jetzt einen Fernseher haben, hat er uns empfohlen uns mal SABC1 anzugucken, was ein Xhosa-Fernsehsender ist.
Ich bin sowieso schon sehr gespannt auf Nachrichten und, wie das Programm hier überhaupt aufgebaut ist.



Samstag, 4. September 2010

roadtrip part 3

Nach den unschönen Erfahrungen im Banana Backpacker, sind wir in die Hippo Hide Lodge umgezogen. Das war sehr schön und ruhig, etwa 6 km vom Banana entfernt, also etwas außerhalb des City Centre.

Nach dem Umzug ging es dann erstmal zum Supermarkt und dann zum Strand. Und der war echt schön! Indischer Ozean halt. Trotzdem war das Wasser für meinen Geschmack zu kalt. Das hat aber Robert Drew und Reza nicht davon abgehalten sich von Jens die ersten Schritte im Wellenreiten erklären zu lassen. Die Surfer, die es richtig raus hatten waren sehr beeindruckend, wie die mit der Natur gespielt haben.

Als es dann langsam dunkel wurde, irgendwann gegen 6 oder so, sind wir zu dem Haus des Freundes gefahren in dem die anderen untergekommen sind. Nachdem die Jungs sich umgezogen hatten, sind wir zu einem Indischen Takeaway gefahren und haben dort Bunny Chow gegessen, was meine bisher leckerste und beste kulinarische Südafrika Erfahrung ist. Bunny Chow ist ein Viertel oder ein halber Weissbrotlaib ausgehöhlt und mit Curry aufgefüllt. Geniale Idee, geht super schnell, weil das Curry ja einfach den ganzen Tag vor sich hin kochen kann, und schmeckt phänomenal! Ich hatte z.B. ein Mixed Vegetable Curry, Wilton ein Beans Curry und Jens ein Mutton Curry.
Nach dem kulinarischen Hochgenuss sind wir alle zusammen Richtung Hippo Hide gefahren und haben dort noch bis 12 oder so zusammengesessen und gequatscht.
Am nächsten Tag sind wir zum Victoria Market gefahren. Das war vielleicht ne Erfahrung! Der Markt ist quasi in Teilmärkte aufgeteilt, also Fishmarket, Meatmarket, Clothingmarket usw. Das abgefahrenste war aber der Witchcraftmarket! Ihr könnt euch nicht a, was die für Kram verkauft haben. Ganz viele komische Mischungen aus Pflanzenteilen und Holzstückchen und Erde, seltsame Tinkturen in dreckigen gläsernen Flachmännern oder halbliter Plastikflaschen, in den wildesten Farben. Am krassesten waren aber die toten Tiere. Schlangenhäute mit den Eiern noch drin, Affenköpfe, Springbockgeweihe, einzelne Beine und andere Gliedmaßen von Tieren, manche mit Hufen, andere mit Krallen, Innereien und was nicht noch alles... total verrückt. So ein Stand für sich alleine betrachtet hätte man auch gut Voodoo auf Haiti zuordnen können. Ich habe vergeblich versucht herauszufinden wofür der ganze Kram eigentlich gut ist, aber leider ohne Erfolg. Viele konnten gar kein Englisch, sondern nur Xhosa und andere haben das Zeug offensichtlich nur verkauft ohne eine Ahnung zu haben wofür es zu gebrauchen ist, oder wollten es einem weißen Touristen nicht erklären. Das war aber egal wie alles sehr eindrucksvoll.
Wir haben auf dem Markt dann noch Zutaten für Curry gekauft und sind nach Hause gefahren, wo wir ne Runde Kniffel gespielt haben. Dann haben die anderen gekocht, während ich Lenas Haare neu eingeteilt habe. Die Dreads waren ihr ja erst zu dünn und dann zu dick, also musste ein Mittelweg gefunden werden, was ich jetzt hoffentlich endlich erreicht habe. Lena ist echt anstrengend, was das angeht. Dreadlocks sind einfach keine einheitliche, perfekte, bis ins letzte planbare Frisur ;-) Ich bin aber zuversichtlich, dass das Aufteilen überstanden ist und ich endlich richtig anfangen kann Dreadlocks zu machen.

Nach dem Curry haben wir noch etwas Konversation betrieben und dann sind wie immer alle außer Drew und mir ins Bett gegangen. Drew und ich haben dann noch bis nachts gequatscht und sind irgendwann gegen 2 oder 3 ins Bett.

Am nächsten Morgen sind wir vom Hippo Hide nach Colesberg aufgebrochen. Leider hatte Drew im Banana Backpacker was vergessen und wir mussten vor der eigentlichen Abreise nochmal dahin, was natürlich Zeit gekostet hat. Wir haben es trotzdem vor Sonnenaufgang nach Colesberg geschafft. Und das war auch eine abgefahrene Erfahrung.
Colesberg liegt im Nirgendwo und ist eine Afrikaaner Stadt am Rande der Karoo (Wüste). Die Stadt besteht quasi nur aus der Hauptstraße und die Perspektivlosigkeit konnte man an den Geschäften ablesen: Glücksspiel, Alkohol und Kreditwesen dominierten. Wir haben im Colesberg Backpacker geschlafen, der vielleicht in den 70ern oder 80ern mal seine Blüte hatte und seitdem mehr oder weniger zu verfallen scheint. Es sah nicht so aus, als ob sich in den letzten 10 Jahren viele Leute dorthin verirrt hätten... eine der Zeitschriften war von 1999 :-)
Das Haus, oder besser Anwesen gehörte einer alten Frau, die uns nach dem Einsammeln der Miete komplett alleine gelassen hat und so hatten wir das gesammte Haus/Grundstück für uns alleine. Das Anwesen hätte unheimlich viel Potenzial ein absolut cooler Backpacker zu sein, wenn er denn irgendwo liegen würde, wo auch tatsächlich Leute durchkommen.
Wir haben dann abends ein Restaurant gesucht und haben dort gegessen. Es war komisch, weil alle uns angeglotzt haben, aber das Essen war gut, wenn auch zuwenig Beilagen dabei waren. Dort im Restaurant haben wir dann auch noch eine Runde gekniffelt unddanach sind wieder alle außer Drew und mir ins Bett gegangen. Nach einiger Zeit sind wir rausgegangen um Sterne zu gucken und sind im Endeffekt bei Nacht durch die Stadt gewandert und schließlich auf einem Friedhof gelandet. Das war ziemlich gruselig, in dieser Stadt scheint einfach alles verfallen und verlassen zu sein.

Dann ging's ins Bett und jetzt sind wir grade auf der N1 Richtung Kapstadt, kurz hinter Beaufort West ;-)

soweit von mir....